Dienstag, August 3, 2021
Arsch huh, Zäng ussenander!

Gerd Köster: „Zum Tod von Karl-Heinz Pütz“

Zum Tod von Karl-Heinz Pütz

„Er wird uns fehlen“ ist ein abgedroschener Satz. Manchmal geheuchelt, meistens aufrichtig, in diesem Fall mehr als wahr.

Karl Heinz Pütz wird nicht nur seiner Familie und seinen engsten Freunden, sondern dem ganzen sozialen und kulturellen Gemölsch, das sich Köln nennt, fehlen.

Manche seiner politischen Gegner (z. B. die in der „SPD“) werden das anders sehen, aber ich bin zuversichtlich, dass sie ihn zu beheucheln wissen werden.

Karl Heinz Pütz hatte die unermüdliche integrative Kraft, Künstler und andere Leute verschiedenster Art an einen Tisch zu bringen und sie im Dienst der Sache ideologisch über ihre Schatten springen zu lassen.

Er hatte die Eier zu streiten und Risiko zu gehen, das Hirn für den vertretbaren Konsens, aber auch die Ellbogen, etwas durchzusetzen sowie das Herz zu helfen.

Er war, bildlich gesprochen, dem Butterbrot immer näher als dem Kaviar.

Es sei mir gestattet, bei aller Trauer darauf hinzuweisen, dass auch sein Zwerchfell an der richtigen Stelle sass.

Karl Heinz, ich weiss, dass du das hier liest, und ich weiss auch, dass es in deinem Sinne ist, hier darauf hinzuweisen, dass Frank Hocker und ich am 2. März bei einer Benefizveranstaltung zur Erhaltung des Mülheimer Kulturbunkers spielen werden.

Ausserdem nehmen wir am 14. März an der „Tour der Bürgerhäuser“ teil, einer Busrundfahrt gegen die geplante Schließung der Kölner Bürgerhauser, organisiert von Cornel Wachter. Start 13 Uhr 30, Bürgerhaus Stollwerck.

Karl Heinz, du wirst uns fehlen, ävver mer maache wigger, jeder so wie er kann.

Gruß und Blues an die Familie.

Jächt

(Den Text hat Gerd Köster für den Express, Köln geschrieben, wo er in gekürzter Form am 25.2. in der Druckausgabe und in voller Länge online veröffentlicht wird.)

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