Freitag, September 25, 2020
Arsch huh, Zäng ussenander!

„Fort mit dem Ding!“ Plakataktion zum 75. Jahrestag des Kriegsendes

Zum Gedenken an das Kriegsende 1945 und das Ende der Naziherrschaft, wurde das Plakat 1945 von den Kölner Künstlern Hein Nöcker und Oskar Herbert Pfeiffer geschaffen. Das Plakat ist nun wieder in der Öffentlichkeit zu sehen – ungewohnt und unpassend? Mitnichten:

Das Thema Rassismus, Nationalsozialismus und Fremdenfeindlichkeit sind Bestandteil unserer Geschichte. Sich damit auseinanderzusetzen ist eine gesellschaftliche Pflicht. Wachsam bleiben, gegen das Vergessen handeln, aktiv werden, damit sich Geschichte eben nicht wiederholt. Ein Blick zurück genügt, um an das Zusammenwirken einer großen Rezession und dem Erstarken des Nationalsozialismus zu erinnern.

Die Plakataktion startete am Freitag, 8. Mai 2020 um 11.00 Uhr an der Litfaßsäule Trajanstraße. Hierzu lieferten Wilfried Schmickler und Stephan Brings einen künstlerischen Beitrag. Im Anschluss daran werden stadtweit 1000 DIN A1 – Plakate geklebt. Zudem gibt es einen limitierten Sonderdruck des Plakates, der käuflich beim Arsch Huh e.V. und NS-Dokumentationszentrum Köln  erworben werden kann.

Das Projekt entstand nach einer Idee von Franz Kirchen unter Mithilfe von Manfred „Schmal“ Boecker, Reiner Nell, Philipp Petry, Kerstin Ziehe, Arno Steffen und Manfred Post. Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln und Arsch Huh e.V., Verein EL-DE-Haus e.V. und NS-Dok.

Wilfried Schmicklers Beitrag zur Plakataktion „Fort mit dem Ding!“

1945
„Es hatt ́ einen Haken und war ein Kreuz!“ So steht es auf einem Plakat, dass nach Kriegsende 1945 in Köln auf vielen Litfaßsäulen zu lesen
war. Auf Anregung des damaligen Stadtdezernenten und späteren Oberbürgermeisters Ernst Schwering entstanden mehrere Plakatmotive auf denen betont wurde, dass die Nachkriegsnot nicht die Schuld der Alliierten sei, sondern die der Nazis. Das Motiv, das ein durchgestrichenes Hakenkreuz zeigt, gehört zu einer Serie von Plakaten, die vom Künstler Hein Nöcker gestaltet und vom Schriftsteller Oskar Herbert Pfeiffer getextet wurden.

1995
Fünfzig Jahre später wurde der Kölner Gastronom Franz Kirchen, nach einem Besuch des Kölnischen Stadtmuseums, auf die Geschichte der Plakate aufmerksam. Daraufhin wurde das Plakat am 8. Mai 1995 auf einer Litfaßsäule am Chlodwigplatz erneut präsentiert und sollte fünfzig Jahre nach Kriegsende deutlich machen, dass die Kapitulation des Naziregimes keine Niederlage war, sondern eine Befreiung.

2020
Am 8. Mai 2020 jährt sich nunmehr der 75. Jahrestag des Kriegsendes. Franz Kirchen hat dies zum Anlass genommen, die Plakataktion abermals ins Leben zu rufen.

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