Arsch huh, Zäng ussenander!
Arsch huh Kongress Solidarität bereichert

Dass Solidarität bereichert, daran ließen die Diskutanten dieses Panels keinen Zweifel. Gian Aldonani wurde in Mossul geboren und kam 2001 mit ihrer Familie nach Köln. Sie waren als Jesiden vor der brutalen Verfolgung durch Islamisten aus dem Nordirak geflohen. Der Solidarität und Unterstützung engagierter Kölner und Kölnerinnen hat ihre Familie viel zu verdanken, erzählt die Politikstudentin. Nun engagiert sie sich selbst. Im “Kölner Appell gegen Rassismus“ einerseits, wo sie selbst einst Rückhalt und Beistand fand. Zum anderen gehört sie zu den Gründungsmitgliedern von „Hawar“ (übersetzt: Hilfe oder Hilferuf), einem Hilfswerk mit dem sie die Not tausender Menschen im Irak lindert, die seit 2014 massenweise vor den islamistischen Mörderbanden ins Gebirge geflohen sind und in Notunterkünften unter katastrophalen Bedingungen bis heute ausharren.

Gian Aldonani (Gründerin des Flüchtlingshilfswerks Hawar)

Franz Meurer (Pfarrer in Vingst und Höhenberg) – Helfen macht das leben schöner

Den Kampf gegen die Ungleichheit hat sich Pfarrer Meurer auf die Fahnen geschrieben. Zum Einstieg verwies er darauf, dass sich gegenseitig zu unterstützen ein natürlicher Instinkt ist, wie das Verhalten kleiner Kinder zeigt. Sie kümmern sich und sind hilfsbereit und tun dies nicht, weil sie auf Lob oder Belohnung aus sind. Vielmehr zeigen sie dieses Verhalten auch, wenn sie unbeobachtet sind. In seinen eigenen Worten heißt das: „Der Mensch weiß von Natur aus, dass es nichts Schöneres gibt als „mit – für – bei“ und nichts Blöderes als „gegen – neben – ohne“, das ist eigentlich schon alles.“ Dabei geht es nicht um Moral, sondern um Ästhetik. Die entscheidende Frage der Menschen lautet nämlich: „Was macht mein Leben schön, wichtig und wertvoll?“, führt Meurer aus. Solidarität ist für ihn also nicht nur ein Gebot der Vernunft. Mitmenschlichkeit im Denken und Handeln verleiht Schönheit und Bedeutung – Wellness für andere und für einen selbst.

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