Arsch huh, Zäng ussenander!

Unter Federführung des vom Magazin stern und der Amadeu Antonio Stiftung gegründeten Projekts „Mut gegen rechte Gewalt“ findet am 9.6.2014 vor der Birlikte-Kundgebung eine Podiumsdiskussion statt. Die Organisatoren schreiben dazu:

Podiumsdiskussion: NSU und die Folgen – Was müssen wir lernen?

Der sogenannte NSU-Prozess in München ist für die Angehörigen der Opfer und ihre Verteidiger eine große Belastung. Das Bemühen um Aufklärung bestimmt das Geschehen, aber viele Fragen werden nicht beantwortet werden können. Akten sind verschwunden und Beweismittel vernichtet worden. Wenn wir die Hintergründe des Terrors verstehen wollen, müssen wir uns über die juristische und politische Bewertung eines Gerichtsverfahrens hinaus mit den Ursachen einer Menschenfeindlichkeit befassen.

Was fehlt, ist eine breite gesellschaftliche Debatte über unser Selbstbild: Kinder aus der Mitte der Gesellschaft wurden zu Mördern. Und sie wuchsen auf in einer Zeit, als in der Bundesrepublik Deutschland das Grundrecht auf Asyl zum Schimpfwort geriet. Wird es uns gelingen, miteinander ehrlich darüber zu streiten und zu diskutieren, in welchem Land wir leben wollen? Nicht Menschen abzuwerten und klein zu machen? Sind wir in der Lage, uns selbstkritisch Fragen zu stellen, und genau hinzuhören?
Wir wollen darüber reden, in einer Podiumsdiskussion am Pfingstmontag.

NSU und die Folgen: Was müssen wir lernen?

Teilnehmer:
Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender
Mehmet Daimagüler, Rechtsanwalt
Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung
Hülya Özdag, Geschäftsfrau

Moderation: Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der stern-Chefredaktion

Hans-Ulrich Jörges wird mit seinen Gästen sehr persönlich über ihre Gefühle und Empfindungen sprechen. Hülya Özdag hat vor zehn Jahren den Bombenanschlag in der Keupstraße erlebt. Ihre Familie betreibt dort seit vielen Jahren eine Konditorei. Der geparkte Lieferwagen ihres Bruders fing die Wucht der Bombe ein wenig ab.

Anetta Kahane engagiert sich seit vielen Jahren für zivilgesellschaftliche Initiativen. Ihre Stiftung ist nach Amadeu Antonio benannt, einem der ersten Todesopfer rechter Gewalt nach der Wende. Gemeinsam mit dem stern rief sie vor 14 Jahren die Kampagne »Mut gegen rechte Gewalt« ins Leben.

Mehmet Daimagüler vertritt Angehörige des NSU-Terrors im Prozess in München. Er geht davon aus, dass die NSU-Terroristen viel mehr Helfer haben und hatten als bisher bekannt ist. Und er vermisst eine ehrliche und damit schmerzliche politische und gesellschaftliche Debatte.

Sigmar Gabriel unterstützt seit viePandora Salelen Jahren Menschen in ihrem Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Unter anderem initierte er 2011 gemeinsam mit Udo Lindenberg und Peter Maffay das »Rock gegen rechte Gewalt«-Konzert in Jena, kurz nach dem Bekanntwerden der NSU-Terrorserie.

stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges hatte mit seinem entschiedenen Kommentar »Schämt Euch« entscheidenden Anteil, das erfolgreiche Neonazi-Aussteigerprojekt »exit« 2013 endlich mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt sichern zu helfen.

Montag, 09. Juni 2014, 12Cheap Pandora Bracelets Uhr

Achtung, geänderter Veranstaltungsort: Schauspiel Köln, Depot, Schanzenstrasse 6-20 in 51063 Köln

Artikel teilen!

Kommentar hinterlassen