Arsch huh, Zäng ussenander!

„Geht hin in alle Veedel…“

Arsch huh Kongress Helge Malchow

Helge Malchow, Verlagsleiter Kiepenheuer & Witsch

Helge-Malchow-Arsch-huh-Kongress-2015 Ich habe schon viele Kongresse erlebt. Das Besondere dieses Kongresses war für mich, wie sehr spürbar wurde, dass dieser Ratschlag nicht zufällig jetzt stattfindet. Sondern, dass sich in dem Feld, in dem sich die AG Arsch huh in den letzten 20 Jahren bewegt hat, eine neue Situation eingetreten ist.

Diese Veränderung zog sich durch alle Beiträge und das ist ein Zeichen für die Wachheit der Szene um Arsch Huh. Es gibt ein Bewusstsein dafür, dass man nicht einfach bekannte und funktionierende Rituale fortsetzen kann. Man kann sich nicht darauf ausruhen, dass wir hier in Köln Begriffe wie Heimat, Köln, Kölsch, vielleicht auch Deutschland – schillernde Begriffe also, die man ja sowohl Links als auch Rechts interpretieren kann – dass wir die in den letzten 20 Jahren in Köln immer Links interpretiert haben.

In der jetzigen Situation muss man sich darüber klar werden, was es zu verteidigen gilt, nämlich unsere so genannte Zivilgesellschaft. Das heißt, ein Bürgertum in der Mitte der Gesellschaft, das nicht mit dem französischen Begriff Bourgeois, sondern mit Citoyen übersetzt wird, mit Staatsbürgertum also. Dazu gehören sowohl die Rituale als auch das Demokratieverständnis. Letztlich schließt das aber auch die zugehörigen Institutionen ein, also staatliche Organe bis zur Armee und bis zur Polizei, die nicht mehr wie in den 50er Jahren von alten Nazis unterwandert sind.

Und das scheint mir ein Blick zu sein, der in einer Kölner Tradition, wo Arsch Huh eigentlich vor 23 Jahren von Anfang an immer eine sehr linke Bewegung war, sich jetzt breiter machen müsste und sich breiter aufstellen müsste, ohne jetzt genau schon sagen zu können, was das jetzt ganz konkret heißt.

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