Arsch huh, Zäng ussenander!

Express informiert: Verkehr, Sperrungen zur Du Bes Kölle-Demo

Express.de informiert (und wir danken dafür), die ganze Meldung steht hier: http://www.express.de/koeln/verkehr–sperrungen-das-muessen-sie-zur-neuen-arsch-huh-demo-wissen,2856,29288802.html

„Sonntag zieht die nächste Großdemo durch Köln. Zur Arsch-huh-Aktion „Du bes Kölle – Kein Nazis he op unser Plätz“ werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Viele Straßen und Plätze werden von der Polizei abgesperrt. Hier gibt’s alle Infos.

Die Kölner sind aufgerufen, am 14.12.2014 ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Rassismus zu setzen.

Geplant ist, dass die Teilnehmer zwischen 14 und 17 Uhr vom Breslauer Platz über die Maximinenstraße zur Turiner Straße ziehen. In Höhe der Straße „Thürmchenswall“ findet dann eine Abschlusskundgebung statt.

  • Im Bereich des Aufzugsweges und der Versammlung wird es zu Verkehrssperrungen kommen. Erste Sperrmaßnahmen beginnen bereits gegen 9 Uhr mit dem Aufbau der Bühne für die Abschlusskundgebung.
  • Die Nord-Süd-Verbindung wird zwischen der Ursulastraße und dem Ebertplatz in beide Richtungen gesperrt. In diesem Bereich ist auch keine Zufahrt zur Turiner Straße aus den Nebenstraßen möglich.
  • Die Polizei warnt: Es muss mit deutlichen Behinderungen des Fahrzeugverkehrs bis in den Abend hinein gerechnet werden.
  • Der Hauptbahnhof bleibt für Busse und Taxen über den Breslauer Platz erreichbar. Mit dem Pkw sollte der Hauptbahnhof über den Bahnhofsvorplatz angefahren werden
  • Die Polizei Köln empfiehlt den Demonstrationsteilnehmern die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“

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1 Kommentar

  1. Richard Klees 14. Dezember 2014 at 19:04

    Liebe AG Arsch Huh,

    vielen Dank für euer stetiges Engagement gegen Neonazis, Rassimus und Ausgrenzung. Als Mensch, der lange in Aachen gewohnt hat, weiß ich zu schätzen, wie positiv Köln sich in diesem Bereich von anderen Städten abhebt.

    Umso mehr habe ich mich darauf gefreut, heute bei der Demo „Du bes Kölle“ meinen kleine Beitrag leisten zu können. Dann musste ich jedoch folgendes erleben, und das lässt mich wütend, fassungslos und etwas verzweifelt zurück:

    Die Präsidentin der Stunksitzung Biggi Wanninger kündigt einen musikalischen Beitrag zur Demo an. Auf die Bühne tritt der „türkische Karnevalsprinz“ Ozan Akhan und performt eine Version von Stings „Englischmen in New York“. Wenn das der Kampf gegen Rassismus sein soll, ist er verloren.

    Das Lied sowie der Auftritt reproduzieren massiv rassistische Klischees über sogenannte „Türken“. „Türken“ trinken Raki; tanzen in Kostümen aus tausend und einer Nacht mit Aische; müssen nach Meka gehen; machen Bauchtanz und rauchen Shisha. Der größte Traum des „türkischen Prinzen“ ist es, einmal als Prinz in Köln zur Mehrheitsgesellschaft gehören zu dürfen und in seiner Andersartigkeit anerkannt zu werden. Seinen Text trägt er in teilweise gebrochenem deutsch vor.

    Rassismus wird ganz sicher nicht dadurch bekämpft, das solche Klischees vor den Angehörigen der weißen Mehrheitsgesellschaft reproduziert werden, die zumindestens in meinem Umfeld den größten Anteil an Teilnehmern auf der Demo stellte. Wie es um ein echtes Verständnis des Problems „Rassismus“ bestellt ist, war gut an den Reaktionen von vielen Teilnehmern zu beobachten: Viele tanzten und klatschen mit zu der „orientalischen“ Musik, die beim Auftritt des Prinzen gespielt wurde.

    Der Nährboden des rechtsextremen und gewalttätigen Rassismus ist, wie auch Redner auf der Demonstration erkannt haben, der Rassismus in der Mitte der Gesellschaft. Und dieser äußert sich nicht nur in Demonstrationen der PEGIDA. Er ist tief in unser aller Köpfe verankert. Türken sind irgendwie orientalisch, exotisch und islamisch. Sie essen außerdem kein Schweinefleisch. Schwarze können gut singen und tanzen. Araber sind halt aufbrausend. Toleranz reicht nicht, um Rassismus zu bekämpfen. Wir als _Weiße_ müssen damit aufhören, Menschen, die wir als Anders empfinden, Label aufzukleben, Marker anzuheften und Eigenschaften zuzuschreiben. Denn genau das ist Rassismus.

    Ob es sich bei „türkischer Karnevalsprinz“ um eine Selbstbezeichnung von Ozan Akhan handelt, ist dabei unerheblich. Aus der Perspektive eines Angehörigen einer von _Weißen_ gelabelten Minderheit ist es mit erheblichen Anstrengungen verbunden, sich gegen die Fremdzuschreibungen zu wehren. Wenn eine Toleranz der Mehrheit herrscht, fällt es möglicherweise leichter, die Zuschreibungen anzunehmen und exotisch zu sein. Wovon Akhans Lied letztlich auch handelt.

    Ich frage mich nun, wie es zu diesem Auftritt kommen konnte. Hat jemand einfach nur nicht richtig nachgedacht? War der Auftritt nicht abgesprochen? Oder ist euch einfach nicht bewusst, dass Rassismus bei solchen Auftritten sicher nicht erst beginnt? Kann man auf euch hoffen, wenn es um den Kampf gegen Rassismus geht, oder sind solche Demos wie heute einfach nur Feel-Good-Veranstaltungen der weißen Kölner Mehrheitsgesellschaft, die das Problem nicht versteht und sogar noch reproduziert?

    Mit besorgten Grüßen
    Richard Klees

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