Arsch huh, Zäng ussenander!
Arch huh Kongress Einstieg

Am 29. Oktober 2015 trafen sich in Köln Künstler, Musiker, Autoren, Schauspieler, einige Wissenschaftler, Journalisten, Kabarettisten und weitere Akteure, die politisch interessiert und engagiert sind. Allen gemeinsam ist: Sie mischen sich ein in gesellschaftliche Diskussionen und Prozesse.

Auf Einladung der AG Arsch huh fand ein reger Austausch über die zentrale Frage statt, welchen Einfluss Kunst auf politische/gesellschaftliche Entwicklungen nehmen kann.

Sind Künstler eher Provokateure oder Dekorateure und was wollen sie sein?

Einige Etappen der Diskussion sind in der folgenden Dokumentation in Wort, Bild und Videoauszügen festgehalten.


Arsch huh ist eine Initiative von Künstlern, 1992 gegründet von Kölner Musikern nach den brutalen Übergriffen auf Ausländer in Solingen, Mölln, Hoyerswerda, Rostock und anderswo. Mitten in Deutschland. Dadurch aufgerüttelt trat das Aktionsbündnis Arsch huh von nun an gegen Rassismus und für Zivilcourage in einer solidarischen Gesellschaft auf. Seitdem hat Arsch huh mit Konzerten, Veranstaltungen, Kooperationen zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung bezogen. Mit Kongressen, Unterrichtsmaterial für Schulen und immer wieder Bündnissen gegen Rassismus und Rechtsextremismus, zuletzt mit „Birlikte“ und einer Kundgebung gegen die gewalttätigen Hooligans in Köln im Herbst 2014.

Aber zunehmend stellt sich die Frage, welche Rolle eigentlich Künstler im gesellschaftlichen Prozess spielen und spielen wollen.

  • Wie sieht die Bilanz nach 23 Jahren Arsch huh aus?

  • Können sie über die postulierte Solidarität hinaus eine eigene Position beziehen?

  • Können Künstler das gesellschaftliche Klima beeinflussen und einen originären Beitrag gegen Rechts beanspruchen?

  • Sind sie Seismografen gesellschaftlicher Entwicklungen und künstlerische Provokateure oder gar Avantgarde in der Auseinandersetzung um eine solidarische Gesellschaft, oder sind sie eher die ästhetische Dekoration politischer Aktionen?

  • Reicht die behauptete Position oder muss sie in den künstlerischen, den musikalischen Erzeugnissen selbst erkennbar sein?

  • Welchen Beitrag leisten sie für eine solidarische und soziale, also „glückliche Stadt“?

  • Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des „Ratschlags“, der die Voraussetzungen künstlerischen Engagements untersucht und nach den Perspektiven fragt und dabei exemplarisch politische Entwicklungen wie Rechtspopulismus, die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich, den Umgang mit Flüchtlingen in den Blick nimmt“.

Wir sprechen bewusst von „Ratschlag“ weil wir in einem offenen Diskurs Antworten auf diese Fragen suchen, Rat einholen und Rat geben wollen im Austausch mit Experten und allen Teilnehmern. Wir laden dazu Künstler, Musiker, Autoren, Schauspieler ein, die sich als politische Akteure verstehen, sich zumindest mit ihrem Engagement und ihren Produkten in die Gesellschaft einmischen und ihre notwendigen Veränderungen unterstützen wollen.

Insofern ist dieser Ratschlag kein Kongress verlässlicher Rezepte sondern ein offenes Forum von Frage und Antwort, Rede und Gegenrede, von dem wir uns am Ende ein wenig Klarheit über die Frage erhoffen: Sind Künstler Provokateure oder Dekorateure dieser anstehenden und wohl auch notwendigen Prozesse?


Arsch Huh Kongress 2015 Hermann Rheindorf

Als Sprecher der AG Arsch huh eröffnete Hermann Rheindorf den Kongress.

Arsch huh Kongress 2015 Springenberg-Eich

Der Kongress wurde mit einem Grußwort von Maria Springenberg-Eich, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, eröffnet.


Wir bedanken uns bei der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen für die finanzielle Förderung und bei der Karl Rahner Akademie Köln für die Nutzung der Räume.

Karl Rahner Akademie Köln Logo Landeszentrale für politische Bildung NRW Logo




Tagungsvorbereitung: Martin Stankowski, Arno Steffen, Reiner Hammelrath 

Redaktion dieser Dokumentation: Petra Metzger 

Alle Fotos dieser Kongress-Dokumentation: Simin Kianmehr. Alle Rechte vorbehalten. 

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