Arsch huh, Zäng ussenander!

Demonstrieren für ein freies und aufgeklärtes Köln – Demos und Kulturprogramm am 25.10.2015

Pressekonferenz Köln gegen Rechts Aktionstag 25.10.2015

Ein mörderischer Anschlag aus der rechten Ecke auf Henriette Reker am Samstag, eine Wahlbeteiligung von gerade Mal 40 Prozent am Sonntag und vor uns liegt ein erneutes HOGESA-Wochenende. Die Kölner Stadtgesellschaft hat einiges zu verkraften in diesen Tagen.

Dass man dennoch zusammen steht zeigte die Vielfalt der Unterstützer auf dem Podium der Pressekonferenz am 19.10.  im Domforum: vom Katholikenverband und ‚Köln stellt sich quer‘, über den 1. FC Köln, die Karnevalisten, das Schauspiel und AG Arsch huh bis hin zu ‚Köln gegen Rechts‘. Alle gemeinsam rufen dazu auf, am 25. Oktober auf die Straße zu gehen und sich damit deutlich gegen die rechte Szene zu positionieren, die bereits vor einem Jahr mit einer vorgeblich friedlichen Demonstration gegen salafistische Umtriebe, ihrer Gewalt und Zerstörungswut freien Lauf ließ. In diesem Jahr will man ihnen keinen Zentimeter Straße überlassen, ob sie nun offiziell demonstrieren dürfen, sich auf eine Standkundgebung beschränken müssen oder ihr Treffen ganz verboten wird.

Am Sonntag, dem 25. Oktober ab 11 Uhr treffen sich die Demonstranten um ‚Köln gegen Rechts‘ auf der Domplatte. Um 12 Uhr sammeln sich die Bündnispartner von ‚Köln stellt sich quer‘ vor St. Kunibert. Hier sind vor allem Initiativen und Beiträger aus dem Viertel dabei, zum Beispiel die Musikhochschule. Die Demonstrationszüge führen von den Sammelpunkten aus durch das Eigelsteinviertel und münden auf den Hansaring, wo an zwei Stellen Bühnenprogramme nach bewährtem „Birlikte“-Zuschnitt geboten werden. Bunt gemischt, was Sprachen, Alter, Herkünfte angeht- von Hopstopbanda bis Cat Balou. Und natürlich sind auch viele Musiker der AG Arsch huh mit dabei.

Maja Schneider und Reiner Schmidt von ‚Köln gegen Rechts‘ rufen bereits am 24. Oktober zu einer Solidaritätskundgebung mit den Flüchtlingen auf. Beginn ist 16 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Die Demonstration führt durch die Stadt zur Zentralen Ausländerbehörde am Blaubach. Mehr Informationen hierzu unter: http://gegenrechts.koeln/

Rassismus, darauf wies Fatih Çevikkollu in der Presseveranstaltung nachdrücklich hin, ist nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, sondern ein Verbrechen. Die Veranstalter hoffen, dass sich am kommenden Sonntag möglichst viele Kölnerinnen und Kölner aufmachen, um zu demonstrieren, dass sie bereit sind gegen dieses Verbrechen vorzugehen und auf Vielfalt und Toleranz vertrauen.

Aktuelle Änderungen nach Lage des Gerichtsentscheids vorbehalten!

Text und Foto: Petra Metzger

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2 Kommentare

  1. Heiner Toenne 20. Oktober 2015 at 11:44

    Ich wünsche Euch viel Erfolg, kann leider aus privaten Gründen nicht teilnehmen. Aber aus der Ferne Daumen halten.

  2. Oliver Weber 25. Oktober 2015 at 19:17

    Hallo zusammen, ich bin heute Morgen auf dem Weg zur Gegendemo von 5 Leuten am Eigelstein verprügelt worden, weil ich ein Schild dabei hatte auf dem stand: „Verständnis und Respekt, das bedeutet Köln“. Nachdem meine blutende Nase versorgt war, habe ich mir mein Schild gepackt und bin wie geplant zur Gegendemo gegangen.

    Ich schreibe hier nicht, weil ich die Gewalt, die ich im Übrigen auf beiden Seiten missachte, in den Vordergrund stellen möchte, sondern weil ich allen intoleranten Menschen sagen will, ich lasse mich von so etwas nicht einschüchtern.

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