Arsch huh, Zäng ussenander!

Liebe Freunde.

Dank an Euch alle! Dank an alle Teilnehmer der Kundgebung vor und auf der Bühne, die dieses besondere Wochenende im Zeichen des „Wir-Gefühls“ möglich gemacht haben!

Dank an alle Mitglieder unseres Bündnisses, besonders an die Menschen in Mülheim und in der Keupstraße, an die vielen unterstützenden Organisationen, Institutionen und an die freiwilligen Helfer.

Wir haben mit diesem Wochenende alles erreicht, was wir erreichen wollten! Ein großer Tag für Deutschland, ein großer Tag für Köln und für Mülheim – darin sind sich alle einig. Sicher haben sich über den Nachmittag verteilt weit mehr als 80.000 Menschen auf den Weg zum Kundgebungsgelände gemacht. Doch in der prallen Sonne fiel es vielen schwer, den extremen Temperaturen oft länger als ein bis zwei Stunden zu trotzen. Klar aber ist: Zum ersten Mal in der langen Geschichte von Arsch huh ist es gelungen mit der türkisch-stämmigen Community in großer Zahl ein gemeinsames Solidaritätswochenende und eine gemeinsame Kundgebung zu begehen. Wir sind sehr froh – die Idee von Birlikte ist angekommen.

Natürlich hätten wir uns ein anderes Ende der Kundgebung gewünscht. Während Niedeckens Bap auf der Bühne spielte, wartete Bernhard Paul, Direktor des Circus Roncalli hinter der Bühne, um aus seiner Erfahrung: „Immer und überall fremd zu sein“ zu berichten und dann Peter Maffay anzukündigen, der sich der „Birlikte“ Idee vor allem deshalb anschloss, weil sie sich klar zum Unwort des „Sozialtouristen“ positioniert hat.

Besonders tragisch war der Abbruch der Kundgebung für Guisi Nicolini, der Bürgermeisterin von Lampedusa, die sich mit großer Freude und mit großem persönlichen Einsatz auf den Weg nach Köln begeben hatte, um uns von der Flüchtlingssituation im Mittelmeer zu berichten. Moderatorin Sandra Maischberger war darauf vorbereitet, Frau Nicolini zu übersetzen. Wir werden die Äußerungen, die Frau Nicolini unserem Freund und Mitstreiter Franco Clemens hinter der Bühne noch ins Mikrophon sprechen konnte, in Kürze hier veröffentlichen.

Danach wäre die Zeit für Wilfried Schmickler angebrochen, an seinen legendären Beitrag von der Arsch huh Kundgebung 2012 anzuknüpfen. Auch auf Zülfü Livaneli, sicher der bekannteste und renommierteste Künstler aus der Türkei, wartete draußen noch ein großes Publikum.

Grandseigneur unter den Aktivisten, die an diesem Abend bei uns waren, war Hardy Krüger, in seiner Kindheit und Jugend zum Nationalsozialisten erzogen und seit 60 Jahren engagiert gegen Rechts. Udo Lindenberg, Max Herre und die AG Arsch huh hätten dann das große Finale gestaltet.

Von vielen Künstlern konnten wir uns unter Orkanböen nicht mehr verabschieden. Seid gegrüßt, habt Dank, dass ihr euch der Birlikte-Idee angeschlossen habt und am Start wart.

Wir hoffen alle Teilnehmer vor und hinter der Bühne sind gut und rechtzeitig nach Hause gekommen! Dank und Respekt vor allem an die Crew der Bühnenbauer, die unter schwierigen Bedingungen und in kurzer Zeit, die Bühne gegen den Orkan gesichert haben und noch lange auf dem Gelände arbeiteten!

Zum Thema Integration, Rassismus und zu unseren Forderungen nach Aufklärung der NSU-Vertuschungen,
den Forderungen an die Politik in Stadt, Land und Bund Ausgrenzung zu bekämpfen und Flüchtlinge aktiv zu schützen, ist alles gesagt.

Wir werden uns in den nächsten Tagen treffen und Ideen austauschen, um „Birlikte“ zu verstetigen.
Die AG Arsch huh wird ihr Gewicht als Teil des Birlikte Bündnisses weiterhin in die Waagschale werfen, aktiv bleiben und die Forderungen gegenüber der Politik einklagen.

Helft weiter mit, diesen Neuanfang von Mülheim zu bewahren und darauf aufzubauen.

Arsch huh, Zäng ussenander!

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