Arsch huh, Zäng ussenander!

Aktionstag am 25.10.15: Kölner Bündnisse gemeinsam gegen rassistische Gewalt

Wilfried Schmickler, Stephan Brings und Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat auf der Pressekonferenz.

Soeben ist die erste Pressekonferenz der Kölner Bündnisse zum  geplanten Hogesa Aufmarsch zu Ende gegangen: AG „Arsch Huh“, „Köln stellt sich quer“, „Köln gegen Rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis“ und „Kein Veedel für Rassismus“ rufen auf zu Anti-Hogesa Aktionen. „Birlikte“ lädt ein zum Kunst- und Kulturfest am Eigelsteintor: Für kulturelle Vielfalt und Verständigung – Gegen Hetze und Gewalt.

Vor einem Jahr, am 26.10.2014 war Köln im Ausnahmezustand. Etwa 5000 „Hooligans gegen Salafisten“ randalierten in der Innenstadt. Erklärtes Ziel der Anmeldung von ‚Hogesa‘ in diesem Jahr ist eine Neuauflage dieses „Erfolges“ von Köln. 2015 werden wir in Köln als Bündnisse ein gemeinsames Zeichen setzten. Niemand darf unter dem Deckmantel ‚gegen Salafismus‘ Passant*innen beleidigen, Migrant*innen angreifen, ungehindert Hitlergrüße zeigen und Nazi-Lieder singen. Angesichts der erschreckend zunehmenden Angriffe von Rechtsextremisten auf Flüchtlingsunterkünfte, Geflüchtete, Migrant*innen, Antifaschist*innen und Menschen, die sich in der Willkommenskulturarbeit engagieren, ist uns das umso wichtiger.

  • Vor der Kunibertskirche wird es eine Kundgebung von „Köln stellt sich quer“ geben mit dem Ziel vor allem die Anwohner*innen des Kuniberts-Viertels, die 2014 besonders unter ‚Hogesa‘ gelitten hatten, diesmal zu schützen.
  • Auf dem Bahnhofsvorplatz wird die Auftaktkundgebung von „Köln gegen Rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis“ stattfinden, das mit einer anschließenden Demonstration die ‚Hogesa‘-Demonstration verhindern will.
  • Am Eigelsteintor/Ebertplatz wird zur gleichen Zeit ein Kunst- und Kulturfest des Bündnisses „Birlikte – Zusammenstehen“ stattfinden. In einem Programm aus Wort- und Musikbeiträgen will „BIRLIKTE“ mit der Kraft der Kultur demonstrieren, wofür wir alle stehen: Für Vielfalt, für Verständigung, für eine solidarische Stadtgesellschaft und für die Vertiefung des Zusammenhalts im Alltag.

Alle Bündnismitglieder fordern zudem, dass die als „Jahrestag“ geplante Hogesa Veranstaltung durch die Polizei verboten wird. Dazu Wilfried Schmickler: „Die Leute von Hogesa sind für mich Clowns, gewalttätige Clowns, aber im Grunde sind es Witzfiguren. Wenn das, was die vorhaben nicht verboten wird, dann zweifel ich an dem geistigen Zustand unserer Ordnungsbehörden und Gerichte.“

Auch und vor allem dann, wenn der Hogesa Aufmarsch verboten wird, wird das geplante Birlikte-Fest im Eigelstein Viertel stattfinden. Neben den vielen Musikgruppen und Künstlern wie Kassalla, Brings, Höhner, Fatih Cevikkollu wollen die Organisatoren um Arsch huh, Schauspiel Köln und IG Keupstraße Straßenmusiker aller Richtungen in das Viertel einladen. Viel Raum sollen aber auch die zahlreichen Flüchtlings- und Willkommensinitiativen erhalten, denn kein Thema beschäftigt die Menschen derzeit so sehr. „Ich mache mir große Sorgen, dass die Stimmung gegenüber Flüchtlingen kippen könnte“ meint Wilfried Schmickler, „weil viele Menschen damit Ängste verbinden und sich unverstanden fühlen. Das sind die Menschen, die sich nicht in Willkommensinitiativen engagieren und sich eher zuhause einigeln. Auch diese Menschen dürfen wir nicht ausgrenzen und müssen versuchen sie zu erreichen.“

Stephan Brings: „Das Wichtigste ist, dass alle kommen und sich uns anschliessen, einfache Antworten und dumpfe Parolen helfen uns nicht weiter.“.

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